Ein Backhäusle zieht um

Viele Jahrzehnte stand das kleine Häuschen in Schwäbisch Gmünd. Es gehörte zum einzigen Bauernhof innerhalb der Stadtmauern. Über die Jahre diente es vielen Zwecken und wurde zwischenzeitlich sogar als Wohnung genutzt. In den neuen Plänen für den Bereich der Stadtmauer hat es nun keinen Platz mehr. Dort wo bis im Frühjahr 2017 das Häuschen stand wird bald neuer Wohnraum entstehen, die alten Gebäude wie die alte Holzscheune wurden bereits abgerissen, auch die Schmiede, die zum Hof gehört wird bald weichen müssen. Lediglich das kleine Häuschen bekommt eine neue Nutzung. Die Stadt Schwäbisch Gmünd hat das Backhäusle der Ortschaft Wetzgau-Rehnenhof geschenkt, damit es auf dem ehemaligen Gelände der Landesgartenschau wiederaufgebaut werden kann.

Ausgestattet mit einem neuen und modernen Holz-Backofen soll es dort ein Treffpunkt für die Ortsgemeinschaft werden. Es soll die Möglichkeit bieten, die Herstellung des Grundnahrungsmittels Brot in seiner ursprünglichen Form kennenzulernen und wieder mehr ins Bewusstsein zu bringen. Für das Projekt „Backhäusle“ haben sich schnell viele motovierte Menschen gefunden, die die unterschiedlichen Arbeiten engagiert angegangen sind. Nach harter Arbeit, vielen Sach- und Geldspenden präsentiert sich das Backhaus nun strahlend und fast wie neu.

Der Staub von Jahrzehnten

Bröckelnde Stein, unterschiedlichste Steinformate und sehr flexibles Mauersystem, schnell wurde schon bei den ersten Handgriffen des Abbaus klar, dass der anschließende Wiederaufbau ein herausforderndes Puzzle werden würde. Vorausschauend wurde jeder Stein nummeriert, die Steinreihen geordnet abgebaut und auf Paletten gestapelt. Nur so war es möglich, alles Stein für Stein wieder originalgetreu aufzubauen.

Neuer Ort, neues Fundament

Stand das Backhäuschen ursprünglich auf einem Fundament aus großen Steinquadern, bekommt es an seinem neuen Platz ein Betonfundament. Dadurch ist ein ebenerdiger Eingang möglich und es erleichtert die Reinigung des Raums. Schließlich sollen ja hochwertige Lebensmittel erstellt werden.

Stein auf Stein, Stein auf Stein, das Häuschen soll bald fertig sein.

Trotz sorgfältiger Beschriftung der Steine beim Abbau bedeutete es mühsames Suchen. Und aus einem unerfindlichen Grund wurden die Stein in den höheren Reihen immer größer… Glücklicherweise gibt es heutzutage Maschinen, die unterstützen.

Die alten Dachbalken waren leider nicht zu gebrauchen, deshalb gibt es neue. Im September konnte bereits Richtfest gefeiert werden.

Die Hochzeit von Häusle und Ofen

Das zentrale Stück im Backhäusle ist der Holzbackofen. Um ihn an Ort und Stelle zu platzieren braucht es schwere Geschütze. Eingemauert wird er danach. Dann fehlt nur noch Dach und Schornstein bevor das erste Mal weißer Rauch aufsteigt. Und Mitte Oktober wurde bereits das erste Brot gebacken.

Bilder des Ab- und Aufbaus: